Mein Blog, Methodenfalle im Hundetraining – Wenn Regeln wichtiger werden als die Beziehung

Veröffentlicht am 16. Februar 2026 um 21:52

Methoden geben Sicherheit. Sie sind klare Anleitungen, feste Regeln und versprechen: Wenn du dies und das tust, passiert jenes. Gerade im Hundetraining klingt das verlockend. Wir wünschen uns Orientierung, Struktur und am besten eine Garantie dafür, dass es funktioniert. Regeln beruhigen uns – wir bewegen uns in einem sicheren Rahmen und glauben, auf dem richtigen Weg zu sein.

Doch genau hier beginnt das Problem!

 

Wenn wir uns zu stark an Methoden klammern, hören wir auf selbst zu denken, zu fühlen und zu beobachten.

Wir geben Verantwortung ab – an Trainer, Bücher oder starre Konzepte. Und wenn es nicht funktioniert, zweifeln wir entweder an uns oder machen die Methode verantwortlich. In beiden Fällen entfernen wir uns von unserer eigenen Handlungsfähigkeit.

 

Jeder Hund ist individuell! Denn, jedes Verhalten hat eine eigene Ursache.

 

Eine Methode, die bei einem anderen Team funktioniert hat, muss nicht automatisch zu dir und deinem Hund passen. Oft werden nur Symptome unterdrückt, anstatt die Wurzel des Problems zu erkennen. Besonders Trainingsansätze, die auf Druck oder Einschüchterung beruhen, können zwar kurzfristig Verhalten stoppen, langfristig aber Vertrauen und Verbindung schwächen.

 

Ein weiterer zentraler Punkt ist unsere Intuition.

 

Viele kennen dieses leise innere Gefühl: „Irgendwie fühlt sich das nicht richtig an.“ Doch statt darauf zu hören, folgen wir weiter der Methode – schliesslich muss sie ja funktionieren.

Im Nachhinein zeigt sich oft, dass genau diese Schritte nicht nachhaltig waren. Die Trainingsmomente hingegen, die sich ruhig, stimmig und lebendig angefühlt haben, führten meist zu echtem Fortschritt.

 

Warum fällt uns das so schwer?

 

Weil wir gelernt haben, uns an Regeln zu halten. Schon früh wurde uns vermittelt, dass Anpassung Sicherheit bringt. Diese Prägung nehmen wir mit – auch ins Hundetraining. Doch dort braucht es etwas anderes: Eigenverantwortung, Beobachtungsgabe und die Bereitschaft, kreativ zu sein.

 

Methoden dürfen Leitplanken sein. Denn, sie können Orientierung geben.

 

Aber sie dürfen kein starres Korsett werden. Wachstum entsteht dort wo wir ausprobieren, reflektieren, Fehler zulassen und wieder beginnen, unserem Bauchgefühl zu vertrauen.

 

Eine starke Mensch-Hund-Beziehung entsteht nicht durch das blinde Befolgen von Regeln. Sie entsteht durch Verbindung, Bewusstsein und den Mut, den eigenen Weg zu gehen!

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